ElvenarDas Wirtschaftssystem von Elvenar: Ressourcenmanagement und SpielerinteraktionElvenar

Elvenar ist ein kostenloses Browserspiel des deutschen Entwicklers InnoGames, bei dem der Spieler eine Fantasy-Stadt aufbaut und verwaltet. Das Spiel kombiniert Elemente aus Aufbaustrategie und Online-Multiplayer-Spielen. Es wurde im Januar 2015 veröffentlicht und ist plattformunabhängig im Webbrowser sowie als App für Android und iOS verfügbar.
Spielprinzip und Mechaniken
Das Kernziel von Elvenar ist die Entwicklung einer kleinen Siedlung zu einer blühenden Metropole. Der Spieler übernimmt die Rolle eines Herrschers, der die Ressourcenproduktion, die Zufriedenheit der Bevölkerung und die Expansion des Stadtgebiets koordinieren muss. Der Fokus liegt dabei stärker auf dem Wirtschaftskreislauf und der Optimierung der Stadt als auf konfrontativen Spieler-gegen-Spieler-Kämpfen, die im Spiel nicht existieren.
Ressourcen und Gebäude
Zu Beginn stehen dem Spieler zwei Hauptressourcen zur Verfügung: Münzen, produziert durch Wohngebäude, und Vorräte, produziert durch Werkstätten. Das zentrale Element der Stadt ist das Hauptgebäude, das als größter Lagerraum dient. Die meisten Strukturen müssen über Straßen mit diesem Hauptgebäude verbunden sein, um zu funktionieren.
Zum Baufortschritt trägt ein Forschungssystem bei. Der Spieler erhält stündlich einen Forschungspunkt, um im Forschungsbaum neue Technologien, Gebäude und Einheiten freizuschalten. Mit zunehmendem Fortschritt kommen spezielle Manufakturen hinzu, die Standardgüter wie Marmor, Stahl oder Holz produzieren. Diese Güter werden benötigt, um die Provinzen auf der Weltkarte zu erkunden und zu erweitern.
Ein einzigartiges Merkmal ist das Kultur-System. Kulturelle Gebäude und Dekorationen erhöhen die Zufriedenheit der Bewohner, was wiederum die Produktivität der Ressourcengebäude steigert. Der Spieler muss daher ein Gleichgewicht zwischen funktionalen Wirtschaftsgebäuden und rein ästhetischen oder kulturellen Bauten finden.
Fortschritt und Gäste-Völker
Anders als klassische Aufbauspiele führt Elvenar im späteren Spielverlauf sogenannte Gästewölker ein, darunter Zwerge, Feen, Orks oder Drachen. Diese Völker besuchen die Stadt für eine bestimmte Kapitelstufe und bringen völlig neue Spielmechaniken, eigene Gebäudesets und Ressourcen mit. Diese Mechanik sorgt für Abwechslung im Langzeitspiel, da sich die Bauweise und die strategischen Prioritäten mit jedem neuen Volk ändern.
Spielwelt und Völkerwahl
Zu Beginn der Partie steht der Spieler vor einer grundlegenden Entscheidung: Elfen oder Menschen. Diese Wahl beeinflusst nicht nur die Optik der Stadt, sondern auch die verfügbaren Einheiten und die grundlegende Spielphilosophie.
Elfen leben in Harmonie mit der Natur und der Magie. Ihre Gebäude wirken organisch und anmutig, und ihre Armee besteht aus magischen Kreaturen wie Ents oder Golems. Ihre Stärke liegt oft in magischer Verteidigung und besonderen Zaubersprüchen.
Menschen sind erfinderische Ingenieure mit einer Vorliebe für mittelalterliche Ästhetik. Ihre Städte wirken strukturierter und befestigter. Ihre Armee setzt auf traditionelle Waffen, schwere Rüstungen und technologische Überlegenheit.
Die Weltkarte
Die Spielwelt ist als riesige, hexagonale Karte dargestellt. Diese besteht aus verschiedenen Provinzen, die der Spieler erkunden kann. Jede Provinz birgt Begegnungen, die entweder durch Verhandlungen mit Gütern oder durch taktische Kämpfe gelöst werden müssen. Als Belohnung winken Relikte, die magische Effekte verstärken, Expansionsflächen zur Erweiterung der Stadt sowie zusätzliche Forschungspunkte.
Kampfsystem und Interaktion
Rundenbasierte Kämpfe
Obwohl der Fokus auf dem Aufbau liegt, verfügt Elvenar über ein taktisches, rundenbasiertes Kampfsystem. Die Schlachten finden auf einem dreidimensionalen, hexagonalen Feld statt. Der Spieler kann bis zu fünf verschiedene Einheitentypen in die Schlacht schicken. Da es keine Angriffe auf andere Spielerstädte gibt, beschränken sich die Kämpfe auf neutrale Monster und Armeen, die die Provinzen auf der Weltkarte besetzen.
Jede Einheit besitzt spezifische Stärken und Schwächen gegenüber anderen Einheitentypen. Beispielsweise sind Nahkämpfer stark gegen Bogenschützen, während Magier gepanzerte Gegner effektiv bekämpfen. Diese Taktik erfordert eine sorgfältige Auswahl der Truppen vor jeder Schlacht.
Gilden und Handel
Um zu interagieren, schließen sich Spieler in Gilden zusammen. Gildenmitglieder können untereinander Güter ohne Handelsgebühren tauschen, was für den Fortschritt essenziell ist, da jede Rasse bestimmte Güter nicht selbst produzieren kann.
Zudem nehmen Gilden gemeinsam an Turnieren und Gildenabenteuern teil. Turniere finden wöchentlich statt und belohnen die Spieler mit Zaubersprüchen, Relikten und Forschungspunkten. Gildenabenteuer sind komplexere, mehrtägige Events, bei denen die gesamte Gilde zusammenarbeitet, um besondere Belohnungen freizuschalten, darunter exklusive Gebäude und Dekorationen.
Nachbarschaftshilfe
Ein weiteres soziales Element ist die Nachbarschaftshilfe. Spieler können täglich die Städte ihrer Nachbarn besuchen und dort bestimmte Gebäude polieren oder magische Verstärkungen wirken. Diese Aktionen bringen dem Helfenden Münzen und dem Empfänger einen Produktivitätsschub. Diese Mechanik fördert die aktive Teilnahme an der Spielgemeinschaft.
Entwicklung und Aktualisierungen
Seit der Veröffentlichung im Jahr 2015 wurde Elvenar regelmäßig um neue Inhalte erweitert. Die Entwickler veröffentlichen etwa alle zwei bis drei Monate ein größeres Update, das entweder ein neues Kapitel der Geschichte, neue Gästevölker oder zusätzliche Events einführt.
Besondere Events wie Frühlingsfest, Halloween oder das Winter-Magie-Event bieten zeitlich begrenzte Quests und exklusive Gebäude, die oft stärker sind als reguläre Bauten. Diese Events folgen einem wiederkehrenden Muster: Der Spieler sammelt durch Quests Währung, die er gegen Eventgebäude oder andere Belohnungen eintauschen kann.
Eine der bedeutendsten Erweiterungen war die Einführung der sogenannten Wunder. Das sind monumentale Gebäude, die einzigartige Boni für die gesamte Stadt gewähren, wie etwa eine verbesserte Ressourcenproduktion oder verstärkte Kampfeinheiten. Jedes Wunder kann durch Brocken, die in Turnieren und durch Provinzerkundung gewonnen werden, aufgewertet werden.
Monetarisierung
Elvenar folgt dem Free-to-play-Modell. Das Spiel ist vollständig ohne Geldausgaben spielbar, bietet jedoch optionale In-Game-Käufe. Die Premiumwährung heißt Diamanten. Mit ihr lassen sich Prozesse sofort abschließen, spezielle, oft optisch ansprechende Gebäude erwerben oder zusätzliche Baumeister freischalten, die parallel bauen können.
Standardmäßig steht nur ein Baumeister zur Verfügung, mit Diamanten können bis zu fünf weitere erworben werden. Zudem gibt es Erweiterungen des Sichtbereichs und spezielle Lagerhäuser für Zauber. Kritiker bemängeln, dass das Spiel im späteren Verlauf ohne den Einsatz von Diamanten sehr langsam vorankommt. Die Entwickler betonen jedoch, dass es keine Premiuminhalte gibt, die mit regulärem Spiel nicht auch erreichbar wären – lediglich der Zeitaufwand unterscheide sich.
Plattformen und Technik
Elvenar ist als reines Browserspiel konzipiert und nutzt die Technologien HTML5 und WebGL. Es läuft in allen gängigen Browsern wie Google Chrome, Mozilla Firefox, Microsoft Edge und Safari. Eine Installation ist nicht erforderlich.
Darüber hinaus gibt es native Apps für Android und iOS. Die mobilen Versionen sind funktionsgleich mit der Browserfassung, bieten jedoch eine an die Touchbedienung angepasste Oberfläche. Besonders hervorzuheben ist die plattformübergreifende Spielbarkeit: Der Spieler kann nahtlos am Computer im Browser weiterspielen, wo er auf dem Smartphone aufgehört hat. Der Spielfortschritt wird zentral auf den Servern von InnoGames gespeichert.
Technisch gilt Elvenar als gut optimiert, wenngleich ältere Geräte bei sehr großen Städten mit vielen animierten Gebäuden gelegentlich Leistungsprobleme aufweisen können.
Rezeption und Kritik
Die Kritiken zu Elvenar heben oft die hohe grafische Qualität und die entschleunigte Spielweise hervor. Im Vergleich zu anderen Titeln des Genres wie Forge of Empires gilt Elvenar als visuell detailverliebter und stärker auf das ästhetische Stadtbauen fokussiert. Die handgezeichneten Gebäude und die liebevolle Animation der Bewohner werden regelmäßig gelobt.
Kritisiert wird gelegentlich das langsame Fortschrittstempo in den späteren Spielphasen, das Spieler ohne den Einsatz von Premiumwährung als geduldigkeitsintensiv empfinden könnten. Einige Rezensenten bemängeln zudem, dass die Gästewölker zwar anfangs abwechslungsreich seien, sich später jedoch im Spielprinzip stark ähneln würden.
Das Fehlen von direkten PvP-Kriegen wird von einem Teil der Spielerschaft als entspannend empfunden, während andere es als Mangel an Spannung und Wettbewerb sehen. Auch die soziale Interaktion beschränkt sich weitgehend auf Handel und Nachbarschaftshilfe; einen Chat innerhalb der Gilde gibt es zwar, jedoch keine weiteren Echtzeit-Interaktionsmöglichkeiten.
Die Bewertungen in den App-Stores liegen im Durchschnitt bei etwa 4,2 von 5 Sternen. Positive Bewertungen heben die Grafik, die entspannte Atmosphäre und die langfristige Spielmotivation hervor. Negative Bewertungen beklagen meist das langsame Tempo oder technische Probleme auf älteren Geräten.
Bei den Deutschen Computerspielpreisen in der Kategorie „Netzsieger“ konnte sich Elvenar einen zweiten Platz in der Kategorie Aufbauspiele sichern.
Zielgruppe
Elvenar richtet sich vor allem an Spieler, die Gefallen an langsamen, strategischen Aufbauspielen ohne Zeitdruck finden. Anders als Echtzeit-Strategiespiele erfordert es keine ständige Aufmerksamkeit, sondern kann in kurzen, täglichen Sitzungen gespielt werden. Besonders geeignet ist es für Einsteiger in das Genre der Browserspiele sowie für Spieler, die optisch ansprechende, friedliche Spielwelten bevorzugen.
Spielstände und Accountverwaltung
Ein Spielaccount wird über eine E-Mail-Adresse und ein Passwort erstellt. Eine Verknüpfung mit sozialen Netzwerken ist möglich, aber nicht erforderlich. Der Spielstand wird automatisch auf den Servern von InnoGames gespeichert, sodass ein Verlust des Spielstands praktisch ausgeschlossen ist. Bei längerer Inaktivität bleibt die Stadt erhalten, verfällt jedoch nicht – ein häufiges Merkmal von Aufbauspielen, das hier bewusst nicht implementiert wurde.



